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Discounter-Tricks
Verbraucherzentrale bemängelt Discounter-Tricks
vom 27.05.2010 | t-online.de
Vermeintliche Schnäppchen aus den Prospekten der Elektronik-Discounter sind nicht immer so günstig, wie es die Werbung erscheinen lässt. Das meldet die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. In vielen Fällen werde ein Preisvergleich im Internet durch Schreibfehler oder fehlende Typenbezeichnungen im Prospekt erschwert. Andere Angebote seien mit etwas Wartezeit deutlich günstiger im Internet zu haben, nachdem sie einige Wochen lang exklusiv nur bei einem Discounter zu haben waren. So können viele Verbraucher zunächst gar nicht überblicken, ob das vermeintliche Top-Angebot aus der Werbung auch wirklich ein gutes Geschäft ist. Wie Sie die Prospekte der Discounter richtig lesen, verraten wir Ihnen in unserer großen Foto-Show.
Einige Informationen in den Prospekten der Elektronik-Discounter sind verschleiert. (Bild: obs/Metro Group)
Zur Kaufentscheidung gehört für kritische Verbraucher stets auch der Preisvergleich. Insbesondere bei Technik-Produkten lässt sich so oft ein günstigeres Angebot im Internet finden. Doch wer vorgebliche Schnäppchen aus den Prospekten der Elektronik-Discounter über eine der vielen Preissuchmaschinen im Internet überprüfen will, stößt dabei immer wieder auf merkwürdige Barrieren. Das zeigt eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW. Die Tester überprüften etwa zwei Dutzend Werbebeilagen von Saturn, MediaMarkt, ProMarkt und Karstadt. Ihr Ergebnis: In vielen Fällen waren die Namen von besonders hervorgehobenen Spitzenangeboten falsch geschrieben oder es fehlten die Typenbezeichnungen der Geräte – eine Suche im Internet bei leistungsfähigen Preissuchmaschinen wie der von t-online.de Einkaufswelt wurde so unmöglich oder erforderte einen großen Recherche-Aufwand.
Angebote im Prospekt ohne Typen-Angaben
So wurde etwa ein AEG-Wäschetrockner Lavatherm zum Lavertherm, bei einem Philips-Fernseher wiederum fehlten Ziffern der Typbezeichnung. Der Fehlerteufel schlug ebenso zu bei einem PC-Monitor von Acer sowie einem Kaffeeautomaten von Siemens. In anderen Fällen bewarben die Prospekte ohne weitere Angaben zu Modell oder Baureihe einen Exquisit Tisch-Gefrierschrank oder einen Grundig 94 cm (37") LCD-TV als Sonderangebote. Solche preislich nicht überprüfbare Reklame schaltete nach Angaben der Verbraucherschützer neben Karstadt auch ProMarkt. "Typenangaben werden in unseren Prospekten nicht erwähnt, wenn sie aus unserer Sicht nicht relevant sind," sagte ein Sprecher von ProMarkt auf Nachfrage der Verbraucherzentrale.
Exklusiv-Deals der Discounter sind nicht immer Schnäppchen
Andere Angebote waren exklusiv nur bei einem der Discounter zu haben. Im Internet war kein weiterer Anbieter zu finden und ein Preisvergleich daher unmöglich. Solche Angebote basieren oft auf exklusiven Deals der Handelsketten mit den Herstellern. Die Pressestelle des ProMarkt etwa teilte den Verbraucherschützern mit, dass einige Modellvarianten, etwa bei Waschmaschinen und Notebooks, eigens für die Elektromarktkette gefertigt oder konfiguriert würden. Ähnliche Auskünfte erhielten die Tester der Verbraucherzentrale NRW auch in Filialen anderer Ketten. Oft wandern jedoch auch diese Exklusiv-Offerten mit einiger Verzögerung in das Angebot anderer Shops – und sind dort mitunter deutlich billiger.
Geduldige Käufer sparen Geld
Für einen bei MediaMarkt für 199 Euro angebotenen Mini-Camcorder von Cisco beispielsweise fanden sich zehn Wochen später 58 Einträge bei Suchmaschinen. Der Preis war wegen der großen Konkurrenz um gut ein Drittel gefallen. Wiederum elf Wochen später kostete der Camcorder im Vergleich nur noch 114 Euro. Die Konkurrenz von mittlerweile mehr als 100 Anbietern hatte den Preis deutlich gedrückt. Mehr als 300 Euro konnten geduldige Käufer bei einem Kaffeeautomaten von Siemens sparen. Hatte Saturn das Modell zunächst exklusiv für 1099 Euro angeboten, war der Kaffeeautomat zwei Monate später im Internet für weniger als 900 Euro zu haben. Wiederum einige Wochen später war das Gerät von Siemens schon für 786 Euro in Preissuchmaschinen zu finden.
So umgehen Sie die Tricks der Discounter
Wie Sie trotzdem im Meer der angeblichen Top-Angebote echte Schnäppchen finden, verraten wir Ihnen in unserem großen Ratgeber Tricks der Discounter sowie im kostenpflichtigen PDF-Download Hardware-Fallen bei Discountern und Herstellern. Am Besten informieren Sie sich vor dem Kauf teurer Elektronikprodukte über den durchschnittlichen Straßenpreis und vergleichen die Preise einzelner Anbieter. t-online.de Einkaufwelt bietet hierzu einen leistungsfähigen Kostenrechner. Vergleichstests und Bestenlisten geben zudem Aufschluss über aktuelle Testsieger und Techniken. Diese finden Sie im Computer Insider. Testberichte zu einzelnen Geräten finden Sie auch unter der Rubrik Hardware im Computer-Portal. So gehen Sie sicher, dass Sie gute Qualität zum besten Preis erhalten.
Quelle : t-online.de 27.05.2010












